Staatsform: Parlamentarische Bundesrepublik
Hauptstadt: Neu-Delhi
Amtssprache: Hindi und Englisch
Einwohnerzahl: 1.210.569.573
Fläche: 3.287.469 km²
Sprachen: In Indien werden über 100 Sprachen gesprochen, die 4 verschiedenen Sprachfamilien angehören.
Währung:
Indische Rupie (INR)
Staatsoberhaupt: Pranab Mukherjee (Staatspräsident)
Religionen: Hinduismus, Buddhismus, Jainismus und Sikhismus.
UNESCO Weltkulturerbe: 30

Geschichte, Geographie und Wirtschaft Indiens

Indien: die zehntgrößte Volkswirtschaft der Erde

Indien gehört zu den am stärksten expandierenden Volkswirtschaften auf der Welt (Platz 5). In der Zukunft wird Indien höchstwahrscheinlich mit seinem Bruttoinlandsprodukt nach China und USA auf dem dritten Platz liegen. Es wird sich innerhalb der nächsten Jahre zu einem der wichtigsten Märkte entwickeln. Indien wird auch als einer der BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) als neue Wirtschaftsmacht gesehen. Indien hat sich zunehmend dem Ausland gegenüber geöffnet und lässt immer mehr Direktinvestitionen zu. Deutschland ist einer der wichtigsten Handelspartner in der Europäischen Union für Indien. Zu den Exportgütern gehören: Textilien, Erdöl, Nahrungsmittel, chemische Erzeugnisse, Computer und auch Maschinen. Darüber hinaus exportiert Indien noch wichtige Baustoffe, wie Glas und Keramik. Der Dienstleistungs- sowie der Industriesektor Indiens nehmen 60% und 25% des Bruttoinlands-produkts ein. Die Landwirtschaft, die Früher viel mehr eingenommen hat, nimmt heute nur noch 15% des BIPs ein. Die meisten Einwohner im Subkontinent leben noch auf dem Land und sind auch in der Landwirtschaft tätig. Es bleibt abzuwarten wie sich Indien noch in der Zukunft entwickeln wird!

Indiens faszinierende Geschichte

Die Geschichte Indiens liegt bis zum dritten Jahrtausend v. Chr. zurück. Sie prägte die Kultur und die Menschen des heutigen Subkontinents. Damals wanderten die Arya in den Nordwestern Indiens ein, ihre religiösen Vorstellungen bildeten die Grundlagen des heutigen Hinduismus und das noch heute anerkannte Kastensystem. Dieses beeinflusst bis in die Gegenwart das soziale, wirtschaftliche und politische Leben. Im 6. Jahrhundert v. Chr. entwickelten sich die Hauptreligionen Indiens: der Hinduismus, der Buddhismus und der Jainismus. Die ersten zentralistischen Hindureiche bildeten sich kurz nach der Zeitwende. Mit ihr entwickelten sich auch die Sanskritliteratur und die Wissenschaften. Indiens Wirtschaft entfaltete sich, jedoch zerfielen mehrere Reiche wegen der einfallenden Hunnen. Erst im 10. Jahrhundert drangen islamische Völker in den nordwestlichen Teil und führten somit das Recht der Scharia ein. Es war eine dunkle Zeit: denn zahlreiche Tempel wurden zerstört und Schutzgelder wurden gefordert. Dennoch wurde der Hinduismus und sein soziales System nicht ausgelöscht. Zur Zeiten der Mogulherrschaft, die sich über weite Teile des Landes erstreckte, entstand eine große Kluft zwischen den Religionen, die bis heute noch spürbar ist. Obwohl diese Zeit nicht die Beste war, verdankt Indien ihr wunderschöne und einzigartige Bauwerke, das bekannteste aus dieser Zeit ist das Taj Mahal in Agra. Auch die Afghanen und die britische Ostindiengesellschaft im Jahr 1818, scheiterten ein Großreich in Indien zu errichten. In 1857 ereignete sich der „Indische Aufstand“ (auch Sepoyaufstand), er richtete sich gegen die Kolonialherrschaft über den indischen Subkontinent. Allerdings hatte die britische Kolonie auch positive Einflüssen auf das Land: Indien wurde wirtschaftlich ausgebaut und das Strafrecht wurde modifiziert. Alte Praktiken wie Verbrennungen und Ritualmorde waren seit dem verboten. Später gewann die Kolonie doch noch die volle Kontrolle über das Land, als der Aufstand aufgehoben war. Königin Viktoria wurde zur Kaiserin Indiens erklärt und ein Vizekönig ernannt. Daraufhin spaltete sich das britische Reich stark von der normalen indischen Bevölkerung ab und Einheimischen wurde der Zugang zu angesehenen Berufen verwehrt. Diese riesige Kluft förderte den Nationalismus Indiens und in folge dessen, forderte der indische Nationalkongress eine höhere Beteiligung von Einheimischen im Jahre 1885. Nach dem ersten Weltkrieg führten die Briten ein Wahlreicht für 10% der erwachsenen Männer in der Bevölkerung ein. Die Kongresspartei unter Mahatma Gandhi setzte sich in den 1920ern für die vollständige Unabhängigkeit Indiens ein. Im Laufe der Jahre folgten zahlreiche Kampagnen gegen die Briten, welche zur Inhaftierung von Parteimitgliedern führte. Im Jahr 1945, als sich die Regierungsgewalt in Großbritannien änderte, gelang es Indien unabhängig zu werden. Durch die vielen Glaubensrichtungen gelang es dem Land aber nicht die verschiedenen Gegensätze zusammen zuführen. Indien wurde in einen hinduistischen und einen moslemischen Teil separiert: dies war die Entstehung Pakistans. In folge der Separierung kam es zu Auseinandersetzungen und viele Menschen starben. Mahatma Gandhi versuchte Frieden einzubringen und setze sich für die Gleichberechtigung Pakistans ein. Seine Einstellung gefiel leider nicht allen Menschen und wurde daraufhin im Jahr 1948 von einem Fanatiker des Hinduismus erschossen. Bis heute hält die Anspannung zwischen den beiden Ländern an und es bleibt abzuwarten, wie es weiter gehen soll. Im Laufe der Zeit, übernahm Indien eine unabhängige Justiz und konnte sich zur größten Demokratie der Welt entwickeln. Das Land befindet sich im Wachstum und wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zu einer Großmacht aufsteigen.

Das Juwel der Krone – Indiens Geographie

Indien ist der siebtgrößte Staat der Welt und bietet eine einzigartige Natur, so wie eine kulturelle Vielfalt. Durch ihre vielfältige Landschaft, reicht die Pflanzenwelt von Hochgebirgsvegetation im Himalaya bis zu tropischen Regenwäldern im Süden. Das Land erstreckt sich in West-Ost-Richtung über rund 3000 Kilometer. Indien grenzt an sechs Länder: Pakistan, China, Nepal, Bhutan, Myanmar und Bangladesch. Außerdem gehören noch drei vorgelagerte Inselgruppen dazu. Der Höchste Punkt Indiens ist der Kangchendzönga (8598 Meter), er liegt im äußersten Westen Sikkims, Über den Berg verläuft die Grenze zu Nepal. Die großen Flüsse Indiens entspringen in den drei Hauptwasserscheiden im Himalaya: im zentralindischen Vindhya, in den Satpura-Bergen oder in den Westghats. Der längste und wichtigste Fluss ist der Ganges. Dieser entspringt im Himalaya und ist sehr heilig für die Inder. Ein Bad in ihm soll die Menschen von ihren Sünden befreien. Das Land ist in einen kontinental-subtropische und in eine maritim-tropische Zone aufgeteilt. In den Monaten zwischen Juni bis September ist das Klima durch den Monsun sehr feucht und warm. Zwischen Mai und Juni gibt es die Höchsttemperaturen im Jahr, die bis zu 45°C betragen können. Die nordöstliche Region Indiens ist teilweise sehr dicht bewaldet und schwer zugänglich. Hier gibt es schöne Feuchtwälder und besonders hohe Niederschläge. Im Norden dagegen gibt es große Hochgebirge, wo sogar arktische Klimazonen zu finden sind.