Meghalaya, Erzählungen nach der Ursprungsort der ersten Zitrusfrucht

Der indische Bundesstaat Meghalaya liegt im Nordosten des Landes und gehört zu den sieben Schwesterstaaten, die nur durch einen schmalen Korridor mit dem restlichen Indien verbunden sind. Im Süden grenzt Meghalaya an das Nachbarland Bangladesch. Insgesamt leben dort ca. 3 Millionen Menschen. Die Hauptstadt ist Shillong, gleichzeitig die größte Stadt in diesem Gebiet. Die nächstgrößeren Städte sind Tura und Mawlai. „Meghalaya“ ist Hindi und bedeutet „Heimat der Wolken“. Dies liegt am lokalen milden, dennoch feuchten Klima: einige der Orte aus dem Bundesstaat gehören zu den regenreichsten Gebieten der Erde. Ein Drittel des Bundesstaates ist bewaldet und außerdem mit wunderschönen Wasserfällen gezeichnet. Das gebirgige Land besteht aus einer vielfältigen Flora mit vielen Säugetieren und Vögeln, die dort beheimatet sind. Der Großteil der Bevölkerung gehört zu den indischen Volksstämmen Khasi, Garos und Jaintia. Im Bundesstaat herrscht eine christliche Mehrheit. Die meisten der Einwohner leben von landwirtschaftlichen Produkten, wie Reis, Kartoffeln oder Orangen. In Meghalaya gibt es viele Bodenschätze, u.a. Glimmer, Gips und Kohle. Eine wichtige Einnahmequelle besteht aus dem Kunsthandwerk und den Webarbeiten

Sehenswürdigkeiten

Shillong, die Hauptstadt des Bundesstaates, liegt auf knapp 1500 Höhenmetern. In der Kolonialzeit haben die Briten die Stadt 1874 zur Hauptstadt ernannt. Diese war früher eine sogenannte „Hill Station“. An diesen Orten entspannten sich die britischen Kolonialherren, wegen der Höhe und dem angenehmeren Klima. Aus dieser Zeit stammt die Architektur, die bis heute an die Kolonialzeit erinnert. Wegen der nebelverhangenen Berge und der schönen Seen, wird die Stadt bzw. die gesamte Region als „Schottland des Ostens“ bezeichnet. Im Zentrum der Hauptstadt liegt der hufeisenförmige Ward-See. Man kann mit dem Boot über diesen See fahren oder sich tagsüber dort im bunten, fröhlichen Treiben entspannen. Es gibt zwei Basare, den Police Bazaar und den Bara Bazaar. Der Bara Bazaar ist der bedeutendste Basar der Stadt. Man kann dort die Einheimischen beim Handeln beobachten und selbst typische Waren erwerben. Hier wird von Korbwaren bis hin zu essbaren Fröschen eine breite Produktpalette angeboten. An Regentagen, die in Shillong ja nicht selten vorkommen, kann man verschiedene Museen besuchen. Indische Skulpturen kann man im State Museum bestaunen, im Central Museum gibt es ethnologische und archäologische Exponate. Das Schmetterlingsmuseum lädt zum Beobachten verschiedener Schmetterling- und Käferarten ein. Ein weiteres Highlight ist die St. Paul´s Cathedral.

In Cherrapunjee, von den Einwohnern auch Sohra genannt, gibt es viele Plantagen mit Orangen. Diese und andere Produkte, wie zum Beispiel Honig, werden auf dem kleinen lokalen Markt verkauft. In der Umgebung liegt der vierthöchste Wasserfall der Welt: der Nohkalikai Wasserfall. Einer Legende zur Folge nach, ließ der Ehemann einer Frau seine Tochter von ihr verspeisen, ohne es ihr mitzuteilen. Als die Frau allerdings den Finger ihrer Tochter in ihrem Essen wiederfand, wusste sie was geschehen war. Auf den Schock und die Trauer hin stürzte sie sich in den Wasserfall. Es gibt viele weitere Wasserfälle und Tropfsteinhöhlen in der Region.

295km von Shillong entfernt, liegt der Nokrek Nationalpark. Dort gibt es einige sehr seltene Zitrusarten, die man dort auch Memang Narang, also Orange des Geistes nennt. Diese indische Wildorange soll die Ursprungszitrusart aller Zitrusfrüchte der Welt sein.

Geschichte

Der Bundesstaat Meghalaya ist am 21. Januar 1972 entstanden. Dieser wurde von Assam ausgegliedert und übernahm gleichzeitig die alte Hauptstadt Shillong.

Anreise

Es gibt einen Flughafen in Shillong, ansonsten kann man auch ab Guwahati oder Silchar fliegen, diese Städte befinden sich beide im Nachbarbundesstaat Assam. Auch der Bahnhof liegt in Guwahati.